Fallbeispiel 7
7) Daniel Schröder, 38 Jahre aus München*
*(Name und Ort sind aus Datenschutzgründen verändert)
Die ersten Symptome waren eine Retrobulbärneuritis zwei Jahre vor der MS Diagnose. Später kamen sensorische und motorische Defizite hinzu. Der Zustand des Patienten verschlechterte sich nach und nach.
Fahrradfahren war nicht mehr möglich. Auto wurde auf Handbetrieb umgebaut. Gehen war fast nur noch mit 2 Skistöcken möglich, da das Gleichgewicht sonst nicht gehalten werden konnte. In den MRT’s waren zahlreiche Läsionen, aber vor Beginn der Behandlung gab es bei den Schüben kaum noch eine Rückbildung der Symptome.
Symptome vor der Behandlung
- Schmerzhafte Beugespastik (unwillkürliche Bewegung der Beine), besonders im rechten Bein, wobei sowohl das Hüftgelenk als auch das Kniegelenk über 90° gebeugt wurden. Zum Anfang der Behandlung lag die Frequenz bei 15-20 mal pro Stunde (gezählt in der Behandlung). Das linke Bein war weniger stark betroffen.
- Schwindel besonders in Rückenlage
- Gehen ca. 100 m mit Gehhilfen (Angabe des Patienten, nicht gemessen) und ca. 2 – 4 m ohne Gehhilfe.
- Stark beeinträchtigtes Gleichgewicht, was zu Unfällen mit dem Roller führte.
- Schwäche in den Armen und reduzierte Feinmotorik in den Händen.
- Sehstörungen in Form von Blitzen und Doppelbildern am Rand.
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Verstopfung und erhöhter Harndrang (Restharn)
- Kognitive Symptome – Stimmungsschwankungen, leicht erregbar.
Veränderungen während der ersten Kur (30.01.-05.04.2005)
Nach 15 Tagen Behandlung (Angaben des Patienten)
- Harndrang hat sich leicht gebessert
- Anfängliche Kopfschmerzen sind vergangen.
- Tiefensensibilität der Füße hat zugenommen, so daß sicheres Stehen möglich ist. Die Rückenmuskulatur hat an Spannung zugenommen, so daß ein besseres Aufrichten möglich ist à Stand ist sicherer und kleine Küchenarbeiten können jetzt ohne Abstützen erledigt werden.
- Die Beugespastik im rechten Bein hat nachgelassen, so daß besseres Sitzen, Liegen und schnelleres Einschlafen möglich ist.
- Kann etwa 100 m lockerer und trittsicherer gehen. Auch wenn die Gehhilfen weiterhin benötigt werden, ist eine deutliche Erleichterung spürbar. Die Gehdistanz hat sich dadurch allerdings nicht verändert.
- Insgesamt fühlt sich der Patient leistungsstärker, auch wenn die Leistungskurve Tagesschwankungen unterliegt.
Zum Ende der ersten Kur
- Beugespastik ist fast vollständig genesen
- Aufrechter Stand.
- Kann nun leicht 400 m in wesentlich höherem Tempo gehen, die Gesamtstrecke beträgt etwa 600 m (Routinevideo vom Gehen liegt vor).
- Das Gleichgewicht hat sich verbessert.